»Claire Bauroff geriet schon früh in Vergessenheit. Allenfalls beiläufig taucht ihr Name in Erinnerungen von Schriftstellern und Künstlern der Weimarer Republik und des ,Dritten Reiches’ auf. Dass sie nach 1945 nur noch selten in das Blickfeld der historischen Tanzforschung trat, mag darauf zurückzuführen sein, dass sie weitaus mehr denn als darstellende Künstlerin als Aktmodell für Fotografen wie Trude Fleischmann, Nini & Carry Hess oder Alexander Binder im Gedächtnis geblieben ist, deren Aufnahmen in den 1920er Jahren gerade für den Tanz und seine Protagonistinnen das Medium der gesellschaftlichen Repräsentation schlechthin geworden waren.«